Taufpaten

sind wichtig!

"Wusstest du eigentlich schon, dass...
Anna Maria Sander genannt Große Wolter geborene Janinhoff oder Imhoff genannt Nothelle die Taufpatin bei Georg Weiß genannt Breick, dem Sohn von Stiefvater Johann Theodor Hachmann genannt Janinhoffs Halbschwester Johanna Maria Agnes Bohmert genannt Hachmann, jetzt verheiratete Weiß genannt Braick war?"


(... kurz durchatmen ...)

;-))

Wie wichtig das Notieren von Taufpaten ist, habe ich leider erst im Laufe der Jahre mit ein bisschen mehr Erfahrung gelernt.
Früher habe ich diese Angaben einfach ignoriert.

In älteren Kirchenbüchern fehlen bei den Heiraten oft die Eltern der Brautleute und eigentlich hat man dann ja schon "verloren", wenn es mehrere Ehepaare mit dem gleichen Familiennamen und mehrere Kinder mit den gleichen Vornamen zur selben Zeit in einem Dorf gab.
Wer sind nun die Eltern ?

Findet man keine anderen Aufzeichnungen (über Hofübernahmen, Testamente etc.) kann man dennoch über die Taufpaten der Kinder weiter kommen.

In Gladbeck und Kirchhellen gab es "Regeln".

Mir ist aufgefallen, dass es in Bottrop nicht ganz so streng bei der Taufpaten-Vergabe zugegangen ist, dafür hat man in Gladbeck und Kirchhellen scheinbar ziemlich strenge "Traditionen" oder "Regeln" verfolgt. Am Anfang dachte ich, es ist nur bei einigen Familien zufällig so, aber inzwischen bin ich mir sicher, dass das ganze einem gewissen "System" unterlag (von dem es natürlich auch Abweichungen gab).

Hier ein paar dieser "Regeln", die natürlich keine "zwingenden" sind/waren.

Jedes Kind hatte in der Regel 2 Taufpaten, einen männlichen und einen weiblichen. Von dem Taufpaten seines Geschlechts hat es dann auch seinen Vornamen erhalten.
Der eine Taufpate stammt aus der Familie des Vaters, der andere aus der Familie der Mutter.

Das erste Kind eines Ehepaares hat manchmal als Taufpaten die Großeltern abbekommen (also entweder Vaters Vater und Mutters Mutter oder umgekehrt). Die folgenden Kinder bekamen als Taufpaten die Geschwister (oder Halbgeschwister) der Eltern (oder deren Ehepartner) und zwar häufig in strenger Reihenfolge nach dem Alter der Geschwister. Gab es keine Geschwister mehr (oder waren diese noch nicht alt genug, um als Taufpaten zu fungieren) wurden Onkel oder Tanten, später dann Cousins und Cousinen genommen (- und selbst hier scheint es bei der Reihenfolge noch gewisse Regeln gegeben zu haben -).

Anhand dieses Wissens konnte ich schon so einige Familienzusammenhänge ineinander fügen und wenn man dann erstmal die richtigen Familienteile zusammen gesetzt hat, kann man bei den Kindern der Geschwister die gleichen Strukturen erkennen und sich dann sicher sein, dass man richtig liegt. Das ganze funktioniert natürlich erst nach und nach, wenn man "alle beisammen" hat... andererseits kann man mit diesem Schema aber sogar "ausschließen", dass man jemanden "vergessen" hat.

Nach und nach verknüpfe/verlinke ich die Taufpatenangaben innerhalb meiner Datenbank und gebe beim Taufpaten auch diese Taufe an und verlinke zurück zum Täufling. Dadurch werden wieder Strukturen sichtbar und man kann z.B. Sterbedaten der Taufpaten oder deren Ehepartner eingrenzen.

Ein Ehepaar mit mehreren Kindern, von denen 5 Theodor hießen

Ja, kein Scherz! Das habe ich wirklich schon erlebt. Ich habe mich immer gefragt, ob die Eltern wirklich soooo einfaltslos waren. Aber mit dem Wissen, dass die Kinder nach ihren Taufpaten benannt wurden und die Taufpaten nach diesen gewissen Regeln oben vergeben wurden, lässt sich sogar dies erklären.


Verweise:

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